Seit 1996 arbeitete eine Gruppe von WOGENO-Mitgliedern an der Realisierung des Genossenschaftsprojektes in der Messestadt Riem. Ende 1997 erhielten wir den Zuschlag der Stadt für das Grundstück zwischen der Wohnungseigentümergemeinschaft "Autofrei Wohnen" und dem zentralen Grünzug.
Wir mussten das Grundstück nicht kaufen, sondern konnten es im Erbbaurecht erwerben. Grundlage für den Erbbauzins von 3,5 Prozent ist ein Quadratmeter-Preis von 450 bis 1700 Mark pro Quadratmeter Geschossfläche. Der Preis staffelt sich nach den Einkommensgruppen der zukünftigen BewohnerInnen).
Drei Viertel der Wohnungen sind öffentlich gefördert (erster und dritter Förderweg) und damit auch mietpreisgebunden. Die Größen der Wohnungen bewegen sich zwischen 40 und 120 Quadratmeter.
Nach der Bewältigung einiger z. T. sehr unerfreulicher Hürden konnten wir im August 1999 mit dem Bau der 28 Wohnungen (2.244,5 Quadratmeter Wohnfläche) plus Gemeinschaftsraum und Gästezimmer beginnen.
Im Projekt Messestadt Riem haben sich Leute zusammengefunden, die aus dem Umfeld der Initiative "Wohnen ohne Auto" kamen oder von der WGSB (Wohngemeinschaft auf sozialer Basis), deren Pläne für ein großes Projekt im Münchner Osten gescheitert waren. Einige aus der Ursprungs-Gruppe sind weiterhin dabei. Durch die lange Projektentwicklungsphase kam es natürlich auch zu einer gewissen Fluktuation. Zur Gruppe zählen Singles, ältere Ehepaare und zu ca. 50 Prozent Alleinerziehende und Paare mit Kindern. Für sie ist Riem attraktiv, da es Schule und Kindergärten sowie viele Grün- und Spielflächen bietet.
Die WOGENO war von Anfang an dabei, als es um die Verhandlungen über die Konditionen des autoreduzierten Wohnens ging, denn die AutobesitzerInnen sind bei uns dünn gesät.
Während der Bauphase halfen viele künftige BewohnerInnen tatkräftig mit: Sie errichteten die Fahrradschuppen, zimmerten die Kellerabteile und die Holzböden der Balkone; sie halfen, die Innenwände der Wohnungen hochzuziehen, erledigten Malerarbeiten und bepflanzten die Gärten.
Bezogen wurden die 28 Wohnungen schließlich zwischen Dezember 2000 und März 2001. Die Sozialstruktur der Bewohner ist ebenso gemischt wie die Alterszusammensetzung. Heute leben hier 46 Erwachsene - der älteste ist über 70 Jahre alt - und 24 Kinder in zwölf Familien.