Autofreies Wohnen in Hamburg (von Karsten Wagner)

Interessenten ­ Finanzierung Bauträger

Vor fünf Jahren wurde in Hamburg mit dem Projekt "Autofreies Wohnen" begonnen. Die Vereinsgründung wurde initiiert von Interessierten, Robin Wood und Stattauto. Inzwischen hat sich auch eine Genossenschaft gegründet, die "Wohnwarft".

Da vor fünf Jahren die Idee "Autofreies Wohnen" neu war, musste der Verein zuerst das Nachfragepotential für diese Wohnform belegen. Geworben wurde unter anderem mit Fotos von Familien, die sich dafür interessieren. Im ersten Jahr sammelte der Verein 1000 Familien, die in Hamburg ohne Auto leben wollen, obwohl noch kein konkreter Standort bekannt war Somit waren die Voraussetzungen dafür geschaffen, das Thema ins Gespräch zu bringen. Der nächste Schritt bestand in der Durchführung einer Befragung zum gewünschten Standort. Fünf Flächen standen zur Auswahl, davon wurde Diekmoor von der Stadt bevorzugt, Saarlandstraße war der Wunschstandort von Autofreies Wohnen".

Die Entscheidung fiel aufgrund der Befragungsergebnisse zugunsten der Saarlandstraße aus (vgl, Abbildung). Die Grafik "http://www.wohnen-ohne-auto.de/hhvorl.jpg" kann nicht angezeigt werden, weil sie Fehler enthält.

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Ein wichtiger Grund hierfür war die sehr gute Verkehrsanbindung: Im 600­m­Umkreis befinden sich Haltestellen von 17 Buslinien, zwei U­Bahnen und einer S­Bahn. Damit wurde auch die Tatsache berücksichtigt, möglichst einen Standort zu wählen, bei dem der ÖPNV bereits vorhanden ist, da für 200 Wohneinheiten keine zusätzliche Verkehrsanbindung geschaffen wird. Weiterhin entscheidend ist das Vorhandensein von Infrastruktur des täglichen Bedarfs, wie Schulen, Spielplätze etc., sowie die Einbindung in die vorhandene Struktur. Kriterien dieser Art hat das Stadtplanungsamt in Köln erarbeitet (vgl. nebenstehende Tabelle).

  Kriterien Voraussetzung
Einzel-bewertung
max. Punkte
1

Anzahl WE

< 200 WE

200 - 500 WE

> 500 WE

0

1

2

2
2.

Planungsstand/ Realisierung

vor 1995

von 95 bis 2000

ab 2000

0

1

0

1
3.

Verkehrsanbindung

  • rush-hour min. 20 Min.-Takt
  • gepl. Linien nur berücksichtigen, wenn Realisierung sicher   
Bahn, S-Bahn nicht vorhanden

Entfernung zur Haltestelle: bis 500 m

Entfernung zur Haltestelle: < 150 m

0

2

4

4
Bus nicht vorhanden

Entfernung zur Haltestelle: bis 300 m

Entfernung zur Haltestelle: < 150 m

0

 

1

 

2

4.

Infrastruktur

tägl. Bedarf, Einkauf > 500 m

250 - 500 m

< 250 m

0

2

4

4
Schulen, Post,
Spielplatz,
Kindergarten (mind. 2x vorhanden oder geplant)
Entfernung bis 500 m

Entfernung > 500 m

2

0

2
5.

Einbindung in vorh. Siedlung

ja

nein

1

0

1
Gesamtbewertung  
SUMME
max. 14
Kriterien für autofreies Wohnen in Köln

  Der Standort Saarlandstraße ist eine innerstädtische Fläche, vier Kilometer vom Hamburger Stadtzentrum entfernt, an der Außenalster, auf der ursprünglich für die Stadtautobahntrasse vorgesehenen Fläche. Bei der Frage der Auswahl wurden damals aufwendige Betrachtungen angestellt, um die Flächen miteinander vergleichen zu können. Es wurde ein Bewertungsverfahren für die Qualität des ÖPNV­Angebots entwickelt, bei dem die Schlüsselwerte Taktfrequenz" und "Nähe" von Straßenbahn, Bus, S­ und U­Bahn, in einen Index für die Qualität der ÖPNV­Anbindung eingehen. Dieser war bei der Saarlandstraße am höchsten.

 Bezüglich der beabsichtigten Bewohnerbeteiligung bei der Planung gab es am Anfang Schwierigkeiten mit den Ämtern und Behörden. Problematisch wird es immer dann, wenn Behörden es zulassen sollen, dass Gruppen in den Planungsprozess und in die finanzielle Abwicklung einbezogen werden. Vor zweieinhalb Jahren hat die Stadt Hamburg einen Prospekt zum Projekt herausgegeben. Das Problem, dass die Fläche an einer sehr belebten Straße liegt, wurde dadurch gelöst, dass ein Gewerberiegel das Wohngebiet vom Lärm abschirmt. Es entstehen auf der Fläche 222 Wohnungen und eine Gewerbezeile. Der Verein hat studentische Entwürfe bezahlt.

 Die Wohngebäude sind L­förmig, mit Fahrradrampen mit 12% Neigung. Es wird Abstelleinrichtungen für die täglich gebrauchten Fahrräder geben, Behindertenrampen und die Möglichkeit, auch auf der Dachterrasse barrierefrei zum Fahrstuhl zu kommen. In den L­Gebäuden sind über 50% der Wohnungen über Fahrstühle mit Erdgeschossrampen barrierefrei zu erreichen. Die ungeliebte Nord­West­Ecke im Erdgeschoss wird durch Gemeinschaftsräume genutzt.


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