Sonstige Rahmenbedingungen für autofreies Wohnen

(Demonstration des Standortes für autofreies Wohnen in Riem auf der Karte)

Für autofreie Projekte ist es wichtig, dass das Grundstück zumindest an einer Stelle mit einer öffentlichen Straße erschlossen ist: auch wenn die Bewohnerinnen selbst kein Auto besitzen, muss die Zufahrt für Besucher, Mülllaster, Krankentransporte u.ä. gewährleistet sein. Dies ist hier in Riem gegeben.

Ein zweiter Punkt, der uns sehr wichtig war, ist, dass beim autofreien Wohnen eine ruhige Lage gewährleistet ist, damit die Vorteile aus dem Autoverzicht auch erlebbar sein können. Dies ist in Riem bestens gelöst; man kann durchaus sagen, dass es sich um ein "Filetgrundstück" handelt: beste Lage, südwestlich ausgerichtet, Grünbezug.

Weiterhin sollte das Gebiet gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen sein: hier ist in Riem eine U-Bahn-Station (Wegelängen zur U-Bahn ca. 400m) und eine Buslinie mit einer Haltestelle in der Nähe vorhanden. Die ÖV-Erschließung ist also durchaus sehr gut.

Dann ist in Riem auch die infrastrukturelle Erschließung sehr gut: Schule, Kinderkrippe und Kindergärten waren bereits vor Bezug fertiggestellt und liegen in unmittelbarer Nähe. Was leider noch fehlt, sind Einkaufsmöglichkeiten. Dies ist aber kein Versäumnis der Stadt, sondern eine privatwirtschaftliche Angelegenheit: Geschäfte siedeln sich erst dann an, wenn genügend Bevölkerung vorhanden ist. Erst ab September kommt ein provisorischer Supermarkt für 7 Jahre, das große Einkaufszentrum soll Ende 2003 fertig gestellt werden. Dann kann man von einer Vollversorgung bzgl. des Einkaufens sprechen.

Schließlich ist für autofreies Wohnen wichtig, dass es einen Bezug zu Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten hat. Diesbezüglich gibt es in Riem mit dem Landschaftspark ideale Gegebenheiten für die Naherholung. Im zukünftigen Zentrum wird es dann auch ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten geben, wie MultiplexKino, Wellness, Disco und dgl..

Soweit zu den äußeren Rahmenbedingungen der autofreien Projekte in Riem.

Als Ergebnis zeigt sich, nicht zuletzt aufgrund der Lage, des Engagements der Bewohnerinnen und des Bauens in Bauherrengruppen, eine sehr hohe Wohnzufriedenheit, die viel stärker ausgeprägt ist als bei der übrigen Bevölkerung, die Eigentumswohnungen von der Stange gekauft haben bzw. im sozialen Wohnungsbau leben (wobei die Zufriedenheit hier auch besser ist, als behauptet wird). Man sieht deutlich, dass autofreies Wohnen, aber insbesondere das gemeinschaftliche Planen und Bauen und Leben, trotz der äußeren Umstände wie Baustellen usw., zu einer sehr großen Wohnzufriedenheit führt. Besonders herauszustreichen ist, dass Gemeinschaftsaktionen in den beiden Gruppen sehr ausgeprägt sind. Es findet eine sehr gute Gemeinwesensarbeit statt, die sich auch für die übrige Bevölkerung vorbildlich darstellt.