"Was, Sie haben kein Auto?"

von Gunhild Preuß-Bayer, Initiative Wohnen ohne Auto, aus 'Green City News, Nr. 15, Dezember 2000', Green City e.V.)

Tram, Bundesbahn, Bus, Taxi, Car Sharing, Rikscha-Mobil, Call-a-Bike, oder Schusters Rappen, Kick-Board, Rollschuhe oder Skate-Board, S-Bahn, U-Bahn, Langlaufschi, Isarfloß, Kletterstiefel.... Wer über so viele Verkehrsmittel verfügt, braucht kein eigenes Auto. Und wer kein eigenes Auto hat, braucht auch keinen Platz zum Abstellen.

Sie wollen eine Wohnung bauen? Da brauchen Sie aber selbstverständlich einen Stellplatz dazu, das schreibt die bayerische Bauordnung vor, also genauer gesagt, in München brauchen Sie für 1 Wohnung 1 Garage, im Umland darfs auch ein bisserl mehr Garage sein.

Sie haben gar kein Auto? Hilft nix, Stellplatz muß sein. Als Tiefgarage fügt er sich ja auch ganz unauffällig in die Landschaft ein.

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"Menschen, die ohne eigenes Auto leben (wollen) - gibt's doch gar nicht?!" "Wohnen ohne Auto" startet Bedarfsanalyse

(aus 'Münchner Stadtgespräche Nr.19 / Dezember 2000', die Zeitschrift des Umweltinstitut München e.V.)

In einer ganzen Reihe von europäischen und deutschen Städten sind in den letzten Jahren autofreie Wohnsiedlungen realisiert worden. Auch in München gibt es in der Messestadt Riem und am Kolumbusplatz drei erfolgreiche autofreie Modellprojekte. Ist also jetzt der Durchbruch geschafft? Kann, wer kein eigenes Auto braucht, auch eine Wohnung ohne Stellplatz kaufen oder mieten?

Um autofreie Projekte auf den Weg zu bringen, müssen verschiedene Rahmenbedingungen und Voraussetzungen gegeben sein. Dazu müssen mehrere Partner zusammenspielen:

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Nachhaltige Stadtentwicklung: das Beispiel Wohnen ohne Auto

(aus 'Münchner Stadtgespräche Nr.17 / Juli 2000', die Zeitschrift des Umweltinstitut München e.V.)

Auf der Konferenz "StadtVisionen", die im letzten Herbst in Freiburg stattfand, wurde ausführlich das Thema "nachhaltige Stadtentwicklung" diskutiert. Dabei wurden zehn Thesen entwickelt, die eine nachhaltige Stadt kennzeichnen.

In den meisten modernen Städten stellt das Thema "Verkehr" eines der zentralen Probleme der Stadtplanung dar. Eine Entwicklung mit dem Prädikat "Nachhaltigkeit" muss daher darauf abzielen, hier Lösungen zu finden, die ökologischen, ökonomischen und sozialen Ansprüchen gerecht werden. Damit lautet eine der zentralen Forderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung: "Die nachhaltige Stadt setzt zukunftsfähige Mobilitäts- und Verkehrskonzepte um".

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Messestadt Riem: Richtfest für 27 weitere autofreie Wohnungen

Im Gegensatz zum städtischen Parkraumkonzept funktioniert die Autofreiheit in der Messestadt problemlos

Die 27 autofreien Wohnungen der WOGENO in der Messestadt Riem sind im Rohbau fertig. Am kommenden Donnerstag wird Richtfest gefeiert.

Das in Niedrigenergiebauweise erstellte Haus ist weitgehend barrierefrei erschlossen. Auf dem Dach wird eine Photovoltaik-Anlage installiert.

Die künftigen Bewohner besitzen keine privaten Autos und nutzen stattdessen bei Bedarf ein Car-Sharing-Fahrzeug. Dadurch konnte auf Tiefgaragenstellplätze verzichtet werden. So ist Platz für eine ganze Reihe von Gemeinschaftsräumen im Souterrain, der sonst nicht zur Verfügung gestanden hätte.

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Autofreie Genossenschaftswohnungen in Riem: Gemeinschaft groß geschrieben

Grundsteinlegung mit Kommunalreferentin Friderich

"Gemeinschaft wird hier groß geschrieben und manches auch zusamm'n betrieben" sangen einige künftige Bewohner bei der Grundsteinlegung der Wohnungsgenossenschaft WOGENO in München-Riem. Mit dem À-Capella-Chor begrüßten sie Kommunalreferentin Gabriele Friderich und erläuterten auch gleich die Besonderheiten des ökologischen Wohnprojektes.

Was da zusammen betrieben wird, sind u.a. die Telefonanlage, das Solardach und auch Autos, wie es im Liedtext weiter heißt. Die künftigen Bewohner besitzen selbst keine Autos. Auf Tiefgaragenstellplätze verzichtet man daher und spart Kosten. Standort der Car-Sharing-Fahrzeuge, die den Bewohnern bei Bedarf zur Verfügung stehen ist die nahegelegene Großgarage.

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Grundsteinlegung für autofreie Genossenschaftswohnungen in Riem: Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Autofreie Wohnprojekte in vielen Städten

Am heutigen Dienstag findet in Riem im Beisein von Kommunalreferentin Gabriele Friderich die Grundsteinlegung für 27 autofreie Genossenschaftswohnungen der WOGENO statt. Zusammen mit den bereits fertiggestellten autofreien Eigentumswohnungen werden sie ein Ensemble mit zunächst rund 40 Wohneinheiten bilden. Ein weiteres Vorhaben mit mindestens 15 Eigentumswohnungen ist zur Zeit in Planung und wird sich voraussichtlich unmittelbar nördlich anschließen.

In mehreren anderen Städten stehen autofreie Wohnprojekte kurz vor der Fertigstellung oder sind bereits bezogen. Meist handelt es sich dabei um wesentlich größere Projekte mit jeweils einigen Hundert Wohneinheiten.

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München Riem: Autofreie Wohnungen bald bezugsfertig

Am Samstag, 29.05.99, besteht anlässlich der U-Bahn-Eröffnung die Möglichkeit zur Besichtigung der ersten autofreien Wohnungen in Riem. Der Architekt Claus Hofmann führt durch den Komplex mit 14 Wohneinheiten, die kurz vor der Fertigstellung stehen. Zusammen mit Vertretern der Wohneigentümergemeinschaft "Autofrei Wohnen" gibt er Interessierten Auskunft über das innovative Projekt.

Keine Planungsbrache

In Neu-Riem hat das Architektenteam Claus Hofmann und Stephan Philipp in mehrfacher Hinsicht Neuland betreten. So galt es, die komplizierten rechtlichen Fragen zu klären, um die Autofreiheit sicherzustellen und der Landesbauordnung zu genügen. In Gesprächen mit der Stadt und allen Beteiligten wurde schließlich eine Regelung gefunden, bei der keine Flächen für eine mögliche Stellplatz-Nachrüstung vorgehalten werden müssen. Eine solche Brache für Stellplätze hätte die städtebaulichen Möglichkeiten des Konzeptes stark eingeengt und hohe Kosten verursacht.

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Freizeitmobilität - ohne Auto?

(aus 'Münchner Stadtgespräche Nr.11 / Mai 1999', die Zeitschrift des Umweltinstitut München e.V.)

"Da hat man nun ein so unkultivierbares Zuhause, und dann fehlt einem auch noch das Auto, um es verlassen zu können."

Freizeitmobilität nimmt zu. Bereits heute werden ca. 40% aller Wege und 50% aller Personenkilometer in der Freizeit zurückgelegt.

FUHRER/ KAISER untersuchten die Hintergründe der Freizeitmobilität am Beispiel der Stadt Bern (Schweiz) und fanden heraus, daß die Ursachen der zunehmenden Freizeitmobilität in der ”Unkultivierbarkeit” des Zuhauses liegen. Die erhöhte Mobilität in der Freizeit ist also Folge eines Wohnproblems.

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Individuell und autofrei durch's Ziel

(aus 'Münchner Stadtgespräche Nr.11 / Mai 1999', die Zeitschrift des Umweltinstitut München e.V.)

Das erste autofreie Wohnprojekt hat in Riem Gestalt angenommen. 14 private Bauherren haben zusammen mit der Initiative, Wohnen ohne Auto' und dem Architekturbüro Philipp und Hofmann in Haidhausen ihre Ideen verwirklicht. Circa 180 weitere Wohnungen sollen -einem Stadtratsbeschluss folgend - unter diesem Aspekt entstehen.

Ein Gespräch über Anstrengungen und Erfahrungen

M.S: Was Ist das besondere am autofreien Wohnen?

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Exotischer Lebensstil in der Messestadt Riem

(aus 'Gesundheitsladen Rundbrief 4/99')

"Ohne Auto gilt man hier schon als sehr exotisch", so die Erfahrung der "Autofreien". Und wenn man die Situation vor Ort sieht, kann man diese Einschätzung gut nachvollziehen: eigentlich geplant als Stadtteil der kurzen Wege ist davon momentan noch nichts zu merken: es gibt keinen Laden, keine Kneipe, keine Wertstoffcontainer, keine Ärzte und keine Apotheke, ja nicht einmal einen Briefkasten oder eine Telefonzelle.

Wenigstens ist die U-Bahn fertiggestellt, die einen guten Anschluss zur Innenstadt bzw. zum Ostbahnhof bietet. Die meisten benutzen sie für den Weg zur Arbeit und für größere Besorgungen.

Um die Dinge des täglichen Lebens zu erledigen, muss man mindestens bis nach Trudering. Mit dem Fahrrad dauert das 5 bis 10 Minuten; mit Kleinkindern im Anhänger oder im Fahrradsitz dauert es länger und wird als ziemlich anstrengend eingeschätzt.

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