Das Potenzial für weitere autofreie Wohnungen in München neben den beiden bereits realisierten Projekten ist noch längst nicht erschöpft.
Messestadt Riem
Ein zweites Baugruppenprojekt in unmittelbarer Nachbarschaft der
WEG- und WOGENO-Projekte steht bereits in den Startlöchern. Außerdem
plant die Genossenschaft "FrauenWohnen" im zweiten Bauabschnitt
des neuen Stadtteils eine autoreduzierte Wohnanlage mit etwa 50 Wohneinheiten.
Ackermannbogen
Im Neubaugebiet Ackermannbogen soll es ebenfalls ein breites Angebot
für Haushalte ohne eigenes Auto geben. Die Genossenschaft "wagnis"
setzt sich hier für ökologisches, nachbarschaftliches und
preiswertes Bauen für alle Altersgruppen ein und versucht, eine
möglichst gute Verbindung von Wohnen, Arbeit und Freizeit zu schaffen.
Geplant sind etwa 100 Wohneinheiten, die zum Teil ohne Stellplatz errichtet
werden sollen, dazu eine Nachbarschaftsbörse und ein -café.
Die Planungen haben schon begonnen, mit der Fertigstellung ist Mitte
2003 zu rechnen. Zudem will die NEST Passivhaus GmbH am Ackermannbogen
ein Passivhaus mit 20-25 Wohneinheiten bauen. Auch diese sollen zum
Teil autofrei angeboten werden.
Entwicklungsachse Hauptbahnhof-Laim-Pasing
Die ehemaligen Flächen der Deutschen Bahn mitten in der Stadt
zwischen Hauptbahnhof und Pasing werden in den nächsten Jahren
bebaut. Wegen ihrer ausgezeichneter Anbindung an den Öffentlichen
Nahverkehr sind sie ein idealer Standort für autofreie Wohnungen.
"Wohnen ohne Auto" hat gegenüber der Stadt bereits ihr
Interesse im Flächennutzungsplan-Verfahren angemeldet. Dies wurde
seitens der Stadt grundsätzlich begrüßt, doch ob dies
auch tatsächlich realisiert wird, lässt sich derzeit noch
nicht sagen
Sonstige Projekte
Gerade "junge" Genossenschaften (wie WOGENO, wagnis,
FrauenWohnen) haben sehr viele Mitglieder ohne eigenes Auto (50 bis
80 Prozent). "FrauenWohnen" plant derzeit ein Projekt im Westend
und möchte dort die Zahl der Stellplätze reduzieren. Auch
die WOGENO möchte in zukünftigen Projekten wieder autofrei
oder zumindest autoreduziert bauen.
Schwierigkeiten
Die Stadt München steht nach eigener Aussage dem autofreien
Wohnen positiv gegenüber, wenn eine entsprechende Nachfrage gegeben
ist. Allerdings gestattet die Bayerische Bauordnung in ihrer derzeitigen
Form keine Stellplatzreduzierung, sondern nur eine Stellplatzaussetzung,
wie bereits in der Messestadt Riem. Deshalb müssen drei Grundbedingungen
erfüllt sein:
In der Praxis ist der erste Punkt sehr schwierig umzusetzen und letztlich kontraproduktiv, da er eine planerische und finanzielle Beschränkung darstellt. Deshalb bleibt die Forderung nach Änderung des Baurechts auch in Bayern bestehen. In anderen Bundesländern wird dies bereits wesentlich flexibler gehandhabt. Dies ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass autofreie Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt ein ganz normales Angebot werden.
Informationen
Wer mehr über künftige Projekte wissen möchte, wende
sich an die Initiative "Wohnen
ohne Auto".